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Platz der Deutschen Einheit Hamm

Wie kann ein urbaner Gartenplatz aussehen, der eine Verbindung zwischen Bahnhof und Fußgängerzone herstellt, aber gleichzeitig als repräsentative Vorzone eines neuen Kultur- und Bildungszentrums dient und zum Verweilen einlädt?
Der heutige Platz der deutschen Einheit übernimmt alle diese Aufgaben. Das lebendige, kaufhausgeprägte Bahnhofsquartier erlebte nach der Schließung des Kaufhauses Horten einen wirtschaftlichen Niedergang. Mit der durch das Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau-West unterstützten Umstrukturierung zum Bildungs- und Kulturschwerpunkt wurde dem Viertel ein neuer Impuls gegeben. Eine zentrale Figur ist das neu geschaffene Heinrich-von-Kleist-Forum, ein gemeinsames Gebäude der Fachhochschule, VHS und Bibliothek mit Tagungs- und Veranstaltungssälen. Der vorgelagerte Platz der Deutschen Einheit überträgt den Geist des neuen  Quartiers nach draußen und fungiert als Bindeglied zwischen Bahnhof und Fußgängerzone. Die Fläche wird als vielschichtig lesbarer Garten-Platz entwickelt. Er funktioniert wie ein Vexierbild: Er vermittelt aus verschiedenen Blickrichtungen unterschiedliche Bildinhalte.

Ein Baumhain am Knotenpunkt zwischen Bahnhofsplatz und Fußgängerzone (Bahnhofsstraße) schließt an der Südseite mit seinen Kronen die vorhandenen Baufluchten und lässt einen eigenständigen, stimmungsvollen Ort entstehen. Immergrüne Heckenlinien durchziehen den Platz und geben Bewegungsrichtungen vor.  Sie sind mit ihren Bänken zugleich ruhige Orte für eine Pause in der Stadt. Vom Bahnhof zur Fußgängerzone öffnen sich die Heckenreihen; ihre Ausrichtung betont diese Wegeverbindung. Sie wirken an den Kopfseiten luftig und laden zum Durchschreiten ein. Der Platzcharakter dominiert in dieser Blickrichtung, während aus der Gegenrichtung geblickt der Ort eher wie ein Garten erscheint.

Am Fuße der Hecken im Boden eingelassene LED-Leuchtstreifen unterstreichen das lineare Thema und geben dem Platz zusammen mit der farbenfrohen Gebäudebeleuchtung ein spannendes Nachtbild.

Die frei in den immergrünen Buchsbaumheckenstreifen verteilten Bäume mit ihren lichten Kronen (Gleditsia triacanthos f. inermis) bilden einen licht- und luftdurchlässigen grünen Körper, der den angrenzenden Innenstadtflächen, dem Bahnhofsvorplatz und der Bahnhofstraße, eine räumliche Fassung verleiht und der zugleich als eigenständiger Raum, als Baumschirm wahrgenommen wird. Die Bäume wurden auf eine Stammhöhe von ca. 5m Höhe aufgeastet, damit ist ein Durchblick in alle Richtungen gegeben ist.

Das neugestaltete Bahnhofsquartier mit dem Heinrich-von-Kleist-Forum und dem Platz der deutschen Einheit ist von der Jury der Deutschen Akademie für Städtebau- und Landesplanung im Jahr 2010 mit einer Belobigung des Deutschen Städtebaupreises ausgezeichnet worden.

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